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descriptionGrafik: Herz im Körper
Ein Herzinfarkt tritt oft montags auf. Der plötzlich einsetzende Stress belastet die durch Rauchen, Bluthochdruck und Übergewicht vorgeschädigte Herzgefäße zusätzlich.
descriptionBlaulicht
Trotz Aufklärungskampagnen dauert es immer länger, bis bei einem Herzinfarkt der Notarzt gerufen wird. Dabei entscheidet rasche Hilfe oft über Leben und Tod.
descriptionRöntgenbild des Brustkorbs
Bluttest, Herzfunktionsprüfung und bildgebende Verfahren zeigen Lage und Ausmaß des Herzinfarkts. Die präzise Diagnostik weist den Weg zur richtigen Therapie.
descriptionStent
Mit der Lysetherapie lassen sich Gerinnsel abbauen. Die Ballondilatation dehnt Engstellen auf. Stent und Bypass sorgen für ungehinderten Blutfluss.
descriptionSenioren bei Gymnastik
Herzgesund leben heißt das Motto für jeden, der einen Herzinfarkt überstanden hat. Stressmanagement, gesunde Ernährung und Bewegung bilden hierbei die Eckpfeiler.
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Therapie – Gerinnsel auflösen und Gefäße frei halten

Die Thrombolyse oder Lysetherapie ist die häufigste Therapiemethode bei der Erstversorgung eines Herzinfarktpatienten. Dabei werden Blutgerinnsel durch die intravenöse Gabe von Medikamenten aufgelöst. In der Regel verabreicht der Notarzt bereits im Rettungswagen diese Wirkstoffe, da Studien gezeigt haben, dass eine sofortige Auflösung der Blutgerinnsel die Überlebenschancen erhöht.

Im Überblick



Die Wirkstoffe, die heute hauptsächlich bei der Lysetherapie angewendet werden, sind die gentechnisch hergestellten Thrombolytika rt-PA(g), r-PA oder TNK-tPA. Auch die älteren Enzyme wie Urokinase und Streptokinase werden noch verwendet. Die wichtigste Eigenschaft dieser Stoffe besteht in der Aktivierung des Plasminogens, das wiederum die entscheidenden Schritte zur Auflösung des Gerinnsels einleitet.

Allerdings ist eine Lysetherapie immer mit einem erhöhten Blutungsrisiko beispielsweise im Magen-Darm-Trakt oder im Gehirn verbunden. Denn das Medikament wirkt nicht nur am Herzen, sondern im gesamten Körper. Deshalb werden die Patienten auf einer Intensivstation kontinuierlich überwacht, um bei eventuellen Komplikationen schnell reagieren zu können.

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Operation nach Herzinfarkt: Dilatation mit Stenteinlage oder Bypass?

Nach einem Herzinfarkt gibt es zwei Möglichkeiten, die Durchblutungsstörung des Herzens operativ zu beseitigen:
  • Das verschlossene oder eingeengte Gefäß wird aufgeweitet: Ballondilatation genannt. Mediziner sprechen auch von PTCA (Percutane Transluminale Coronare Angioplastie). Eine anschließend eingesetzte Gefäßstütze (Stent) kann verhindern, dass sich das Gefäß wieder verschließt. Zur Aufweitung dient ein Ballon, der über einen Herzkatheter bis zur Engstelle vorgeschoben wird.
  • Die verschlossenen Gefäßabschnitte werden durch ein Ersatzgefäß überbrückt. Bei dem als Bypass-Operation bekannten Eingriff wird körpereigenes Gefäßmaterial (Arterie oder Vene, die während der gleichen Operation beispielsweise aus dem Unterschenkel entnommen wird) in das Herzkranzgeflecht verpflanzt.
Kurze verengte Abschnitte bis hin zum Gefäßverschluss werden bevorzugt mit Ballondilatation und/oder Stent behandelt. Bei längeren Gefäßverengungen oder Engstellen in stark geschlängelten Gefäßen verspricht eher die Bypass-Operation Erfolg. Die Wahl der Methode hängt außerdem davon ab, wie stark das Herz schon geschwächt ist und welche weiteren Erkrankungen den Patienten belasten. Bei schwer kranken Herzpatienten wird der Arzt vorrangig die Ballondilatation mit oder ohne Stent wählen: Sie ist ohne Vollnarkose möglich und belastet den Patienten deshalb nicht übermäßig.
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Ein Stent hält das Gefäß offen

Ein Stent ist ein kleines röhrenförmiges Metallgitter. Diese Gefäßstütze wird mithilfe eines Herzkatheters in ein verengtes Gefäß eingesetzt, um es aufzuweiten oder einen erneuten Verschluss zu verhindern.

Vor dem Eingriff sitzt der Stent zusammengefaltet über einem Ballonkatheter. An der verengten Stelle wird der Ballon aufgeblasen. Dadurch entfaltet sich auch der Stent und wird an die Gefäßwand gedrückt. Nachdem der Ballonkatheter aus den Herzkranzgefäßen zurückgezogen wurde, bleibt der Stent als Stütze des Gefäßes zurück.

Inzwischen gibt es Gefäßstützen, die Medikamente in das Gefäßinnere abgeben. Dadurch soll ein übermäßiges Wachstum der Gefäßinnenhaut verhindert werden, das zum erneuten Verschluss führen könnte. Die Verwendung derartiger medikamentenbeschichteter Stents ist jedoch aufgrund ihrer möglichen Nebenwirkungen umstritten und muss deshalb sorgfältig abgewägt werden.
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Ein Bypass überbrückt verschlossene Gefäße

Die Bypass-Operation erfordert eine Vollnarkose und wird deshalb erst angewendet, wenn eine schonendere Ballondilatation keinen Erfolg verspricht. Bei schwer kranken Patienten muss der Arzt Nutzen und Risiken der Operation sorgfältig abwägen.

Eine Bypass-Operation ist dann sinnvoll, wenn mehrere Gefäße verschlossen, die Engstellen mit dem Katheter schlecht erreichbar oder sehr ausgedehnt sind. Dazu wird – bereits unter Vollnarkose – ein körpereigenes Gefäß entnommen, meist ein kurzes Stück einer Beinvene oder einer Brustarterie. Keine Angst: Die als Gefäßersatz verwendete Vene beziehungsweise Arterie ist an ihrem angestammten Platz entbehrlich, ihre Funktion wird sofort von anderen Gefäßen übernommen.

Im nächsten Schritt wird der Brustkorb eröffnet. Die zuvor entnommene Ader wird nun so an das betroffene Herzkranzgefäß genäht, dass die verstopfte Stelle überbrückt wird. Das Umgehungsstück wird als Bypass bezeichnet. Während des Eingriffs wird das Herz kurzzeitig stillgelegt. Eine Herz-Lungen-Maschine versorgt den Körper in dieser Zeit mit Sauerstoff.

Eine Bypass-Operation ist also ein durchaus schwerwiegender Eingriff. Bis zu 90 Prozent der Patienten berichten aber von einer deutlichen Linderung der Beschwerden, nachdem sie den Bypass erhalten haben.

Auch bei der Bypass-Operation wird heute immer häufiger die Schlüsselloch-Chirurgie angewendet. Bei dieser Methode werden zwischen den Rippen nur wenige kleine Schnitte gesetzt. Durch diese führt der operierende Arzt Endoskope ein. Das sind röhren- oder schlauchförmige Geräte, an deren Ende Werkzeuge sitzen, mit denen die Operation durchgeführt werden kann. Bei dieser Art des Eingriffs muss der Patient nicht an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden.

Vorbeugende Bypass-Operation bei älteren Menschen

Für Bypass-Operationen gibt es keine Altersgrenze. Wie britische Wissenschaftler berichten, profitieren auch über 80-Jährige von dem Eingriff. In diesem Alter ist es allerdings sinnvoll, nicht zu warten, bis ein Herzinfarkt eintritt, und dann eine Notoperation durchzuführen. Die Erfolgschancen sind besser, wenn bei ausgeprägten Angina-Pectoris-Beschwerden bereits vorbeugend operiert wird. Alte Patienten erholen sich zwar nicht so rasch von dem schweren Eingriff wie jüngere, können aber mit dem Gefäßersatz länger leben als nicht operierte Altersgenossen mit der gleichen Krankheit.
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Medikamentöse Therapie: von ACE-Hemmer bis Gallensäureharze

Viele Menschen nehmen Tabletten „fürs Herz“, ohne deren Wirkungsweise zu kennen. Dabei gibt es entscheidende Unterschiede zwischen den zahlreichen Medikamenten:
  • ACE-Hemmer senken den Blutdruck, entlasten ein schwaches Herz und verringern die Gefahr eines Herzinfarkts.
  • Betablocker helfen dem Herzen Sauerstoff zu sparen, senken den Blutdruck und bessern Angina-Pectoris-Schmerzen.
  • Nitrate – als Spray, Lutschtablette oder Kapsel eingenommen, helfen bei plötzlichem Angina-Pectoris-Schmerz innerhalb von Minuten. Sie sind sozusagen das „Notfallmedikament“ für belastungsabhängige Herzschmerzen. Achtung: Helfen sie nicht sofort, unbedingt den Notarzt rufen!
  • Statine senken das LDL-Cholesterin, verzögern das Fortschreiten der Arteriosklerose und verringern die Infarktgefahr.
  • Thrombozyten-Aggregationshemmer hemmen die Zusammenballung der Blutplättchen und „verdünnen“ dadurch das Blut. Es kann besser fließen und verstopft nicht so schnell die verengten Gefäße.
Wichtig zu wissen: Jedes Kilo weniger, regelmäßige Bewegung und gesunde Ernährung helfen, die Tablettenmenge zu reduzieren. Ihr eigenes Bemühen, gesund zu leben, kann durch keine Tablette ersetzt werden.
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Statine

Erhöhte Blutfette, besonders LDL-Cholesterin, stellen ein Risiko für Arteriosklerose, die koronare Herzkrankheit (KHK) und schließlich für einen Herzinfarkt dar. LDL beziehungsweise HDL bezeichnet die Form, in der Cholesterin verpackt ist, damit es im Blut transportiert werden kann. Die Bezeichnungen stehen für Low Density Lipoproteine und High Density Lipoproteine. Diese Lipoproteine umhüllen das Cholesterin, damit das – eigentlich im Blut unlösliche – Fett durch die Gefäße transportiert werden kann. LDL sorgt dafür, dass das Cholesterin zu den Zellen gelangt. Bei einem Überschuss im Blut wird LDL-Cholesterin jedoch in den Aderwänden eingelagert: der Startschuss für die Arteriosklerose, die zum Herzinfarkt führen kann. Daher wird das LDL-Cholesterin auch als das „schlechte Cholesterin“ bezeichnet.

HDL transportiert dagegen überschüssiges Cholesterin zurück zur Leber und senkt dadurch die Cholesterinkonzentration im Blut – und gilt deshalb als das „gute Cholesterin“.

Cholesterin-Synthese-Hemmer (CSE-Hemmer, Statine) senken den Cholesterinspiegel im Blut, indem sie die körpereigene Cholesterinbildung bremsen. Darüber hinaus wirken Statine positiv auf die Gefäßinnenwand und hemmen wahrscheinlich Entzündungs- und Thromboseprozesse. Entzündungsprozesse sind auch an der Entstehung von arteriosklerotischen Ablagerungen beteiligt. All diese Wirkungen machen Statine unentbehrlich – sowohl in der Blutfettsenkung als auch zur Verhütung von arteriosklerotisch bedingten Herzkrankheiten wie KHK und Herzinfarkt.
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Infusionstropf
© Shutterstock
Die Lysetherapie gehört zu den Standard-Behandlungen eines frischen Herzinfarkts. Allerdings birgt sie das Risiko, in Verdauungsorganen und im Gehirn Blutungen auszulösen.
Grafik: Einsatz eines Stents
© Shutterstock
Der Stent wird in ein verengtes Gefäß eingeführt. Hat der Arzt ihn an der Engstelle platziert, weitet er die winzige Gefäßstütze auf und hält die Engstelle auf diese Weise auf Dauer offen.
Grafik: Bypass
© Dra marina/Public Domain
Ein Bypass leitet den Blutfluss um eine blockierte Arterie herum. Auf diese Methode greifen Chirurgen meist dann zurück, wenn bereits mehrere Gefäße verschlossen sind. Als Bypass dient körpereigenes Gewebe – und zwar ein kleines Stück einer Brust- oder Beinvene.
Tablettenbox
© iStockphoto
Die zahlreichen Medikamente „fürs Herz“ wirken auf sehr unterschiedliche Art und Weise. Eine regelmäßige Einnahme ist für die erfolgreiche medikamentöse Therapie wichtig.