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descriptionGrafik: Herz im Körper
Ein Herzinfarkt tritt oft montags auf. Der plötzlich einsetzende Stress belastet die durch Rauchen, Bluthochdruck und Übergewicht vorgeschädigte Herzgefäße zusätzlich.
descriptionBlaulicht
Trotz Aufklärungskampagnen dauert es immer länger, bis bei einem Herzinfarkt der Notarzt gerufen wird. Dabei entscheidet rasche Hilfe oft über Leben und Tod.
descriptionRöntgenbild des Brustkorbs
Bluttest, Herzfunktionsprüfung und bildgebende Verfahren zeigen Lage und Ausmaß des Herzinfarkts. Die präzise Diagnostik weist den Weg zur richtigen Therapie.
descriptionStent
Mit der Lysetherapie lassen sich Gerinnsel abbauen. Die Ballondilatation dehnt Engstellen auf. Stent und Bypass sorgen für ungehinderten Blutfluss.
descriptionSenioren bei Gymnastik
Herzgesund leben heißt das Motto für jeden, der einen Herzinfarkt überstanden hat. Stressmanagement, gesunde Ernährung und Bewegung bilden hierbei die Eckpfeiler.
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Ratgeber: Lebensqualität zurückgewinnen

Jede Menge Selbstdisziplin ist gefragt, wenn ein Herzinfarktpatient nach der Klinik und der Rehabilitation (Reha) zurück in die Normalität finden möchte. Doch die Umstellung auf ein gesundes Leben für Körper und Seele lohnt sich – das Risiko, erneut einen Herzinfarkt zu erleiden, sinkt dadurch deutlich.

Im Überblick



Entscheidend für das Überleben eines Herzinfarkt-Patienten sind die ersten Stunden nach dem Gefäßverschluss. Gelingt es in dieser Zeit, die Durchblutung am Herzen wiederherzustellen und Folgeschäden wie Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche erfolgreich zu behandeln, ist der Weg geebnet für eine langsame Rückkehr ins alltägliche Leben. Verlief der Infarkt unkompliziert, kann sich der Patient schon am Folgetag im Bett aufsetzen. Sind größere Bereiche des Herzmuskels geschädigt und ist das Herz dadurch in seiner Pumpleistung stärker eingeschränkt, dauert es länger, bis die Belastung Schritt für Schritt gesteigert werden kann. Während des Klinikaufenthalts wird bei jedem Infarktpatienten die Ursache des plötzlichen Gefäßverschlusses ermittelt.
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Medikamente sind unentbehrlich

Wer einen Herzinfarkt überlebt hat, wird dauerhaft auf Medikamente angewiesen sein. Sie sind notwendig, um Blutdruck und Blutfettwerte zu normalisieren, die Herzleistung zu verbessern und die Gerinnselbildung zu hemmen. Zum Einsatz kommen Meist stellen die Ärzte im Krankenhaus oder während der Reha den Patienten auf die erforderlichen Medikamente ein. Die weitere Verschreibung übernimmt dann der Hausarzt. Ihm obliegt es auch, den Herzinfarkt-Patienten zu regelmäßigen Kontrolluntersuchungen zu bestellen. Normalerweise reicht ein EKG jährlich aus, um die Herzfunktion zu überprüfen. Wenn erneut Herzbeschwerden auftreten, sind engmaschigere Untersuchungen nötig.
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Die Reha nach einem Herzinfarkt

Nach einem Herzinfarkt schließt sich an den Klinikaufenthalt meist eine Anschlussheilbehandlung (AHB) an. Diese Rehabilitationsphase dauert in der Regel drei Wochen und ist in einer Kurklinik oder ambulant möglich. Eine Anschlussheilbehandlung verfolgt verschiedene Ziele: Sie unterstützt den Patienten dabei, das einschneidende Ereignis Herzinfarkt zu verarbeiten, sein Leben zu überdenken und neu zu organisieren. Erfahrene Therapeuten arbeiten mit dem Betroffenen sein individuelles Risikoprofil aus und leiten ihn an, seine Risikofaktoren selbst zu reduzieren. Dazu gehören Kurse zu gesunder Ernährung, Angebote zur Raucherentwöhnung, Erlernen von Entspannungstechniken zum besseren Stressmanagement sowie gezieltes und angepasstes Bewegungstraining. Die medikamentöse Einstellung wird den veränderten Bedingungen möglichst optimal angepasst. Die Reha-Phase dient außerdem dazu, den Wiedereinstieg ins Berufsleben vorzubereiten beziehungsweise notwendige berufliche Veränderungen anzubahnen.
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Änderung des Lebensstils

Nach Abschluss der Reha liegt es am Patienten selbst, das Risiko für einen erneuten Herzinfarkt so gering wie möglich zu halten. Meist muss er seinen Lebensstil radikal ändern. Dabei kann er seiner Gesundheit am meisten nutzen, wenn er:
  • sich gesund ernährt,
  • mindestens zweimal in der Woche ein individuell abgestimmtes Bewegungstraining absolviert,
  • auf das Rauchen verzichtet,
  • regelmäßig für Stressabbau sorgt, etwa durch Entspannungsübungen oder Yoga,
  • sich bei Bedarf von Physiotherapeuten, Ergotherapeuten oder Psychotherapeuten oder auch von anderen Patienten – etwa in einer Selbsthilfegruppe – unterstützen lässt.

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Die richtige Ernährung bei Herzkrankheiten

Unsere Ernährung und Lebensgewohnheiten beeinflussen den Verlauf von Herzkrankheiten erheblich. Mediziner und Ernährungswissenschaftler wissen, dass eine gesunde Ernährung bei Herzinsuffizienz und einer koronaren Herzkrankheit (KHK) genauso wichtig ist wie die medikamentöse Therapie.

Hohe Blutfette und Bluthochdruck zerstören mit der Zeit die Gefäße. Außerdem bedeutet jedes zusätzliche Kilogramm Körpergewicht eine deutliche Mehrarbeit für den geschwächten Herzmuskel.
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Sport gehört zur Therapie

Sport steigert die Leistungsfähigkeit von Herzpatienten merklich. Das gilt selbst für Frauen und Männer mit einer Herzinsuffizienz. Durch Sport verbessert sich die Sauerstoffaufnahme in der Muskulatur, was letztlich auch das Herz entlastet: Geeignet sind für Herzkranke vor allem Ausdauersportarten wie schnelles Gehen (Walken) beziehungsweise Nordic Walking und Fahrradfahren. Dies sind Aktivitäten, die kontrollierbar sind und gleichmäßig belasten. Tanzen, etwa Standardtanzen, bietet sich ebenfalls an. Es trainiert zudem die Koordination und Geschicklichkeit und ist somit auch eine gute Sturzprophylaxe. Jeder Herzpatient sollte aber unbedingt zuvor mit seinem Arzt abklären, ob und welche sportliche Betätigung für ihn gesundheitlich unbedenklich ist.
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Auch moderate Bewegung ist wirkungsvoll

Neuere Studien zeigen: Eine Belastung nahe der maximalen Pulsfrequenz ist nicht erforderlich, um die körperliche Leistung zu steigern. Schon ein zehnminütiger Spaziergang oder eine kleine Radtour zweimal in der Woche verbessern bei vielen Patienten die Leistungsfähigkeit.
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Weniger geeignete Sportarten

Von Schwimmen raten Fachleute vielen Herzpatienten ab. Durch den Wasserdruck können der Blutdruck steigen und eventuell Herzrhythmusstörungen auftreten. Übungen im Wasser empfehlen sich nur unter fachgerechter Anleitung, zum Beispiel in einer Herzsportgruppe. Auch Sportarten wie Handball und Fußball beurteilen Mediziner skeptisch, weil der Kreislauf – je nach Spielsituation – unterschiedlichen Belastungssituationen ausgesetzt ist.
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Krafttraining in Maßen ist erlaubt

Lange Zeit haben Mediziner bei Herzschwäche auch vor Krafttraining gewarnt. Doch inzwischen empfehlen Kardiologen sogar moderates Krafttraining: Es hilft, die Leistungsfähigkeit zu steigern und – ebenso wie das Geschicklichkeitstraining – Stürzen vorzubeugen.
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Herzsportgruppen können helfen

Viele Patienten mit Herzinfarkt schließen sich einer Herzsportgruppe an. Diese Gruppen haben den großen Vorteil, dass sie von Ärzten betreut werden und Herztätigkeit und Leistungsentwicklung unter Kontrolle stehen. Für Patienten mit starker Herzinsuffizienz oder ausgeprägten Herzrhythmusstörungen sind Herzsportgruppen allerdings nicht immer geeignet.
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Heimtraining mit Telemonitoring

Gymnastikübungen lassen sich auch zu Hause unkompliziert und sicher, das heißt im Sitzen oder Liegen, praktizieren. Auch andere Körperübungen wie Yoga, Feldenkrais oder Tai Chi sind für zu Hause geeignet. Sie enthalten alles, was bei einer Herzkrankheit empfehlenswert ist: Dehn-, Kraft-, Koordinations-, Atem- und Entspannungsübungen. Das ausgewogene Wechselspiel zwischen den verschiedenen Haltungen regt Durchblutung und Stoffwechsel an.

Auch das Fahrradergometer eignet sich für zu Hause. Doch sollte dieses Training vorher mit dem Arzt abgestimmt werden. Eine Pulskontrolle ist für den Patienten leicht mithilfe eines Pulsgurtes möglich. Inzwischen erlaubt das Telemonitoring sogar, dass der Arzt aus der Ferne auf relativ unkomplizierte Weise die Übungen überwacht.

günstig
bedingt geeignet
ungünstig
Wandern Schwimmen Kraftübungen wie Klimmzüge,
Kniebeugen, Liegestütze,
Expanderübungen
Dauerlauf Rudern Bodybuilding
Radfahren Bergwandern Gewichtheben
Golf Reiten Klettern, Bergsteigen
Gymnastik Fußball Turnen
Skilanglauf Tanzen Springen, Werfen
Curling Fitnesstraining Tauchen
Faustball alpiner Skilauf Segeln
Prellball Eislauf Wasserski, Windsurfen
Eiskunstlauf Kampfsportarten
Handball Squash
Basketball
Badminton
Tennis
Tischtennis
Kegeln

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Rauchstopp halbiert Herzinfarkt-Risiko

Mit dem Rauchen aufzuhören „ist eine der wichtigsten therapeutischen Einzelmaßnahmen bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung“, heißt es in den Leitlinien der Deutschen Kardiologischen Gesellschaft. Vielleicht könnte man sogar sagen: die wichtigste Maßnahme. Schließlich kann ein Rauchstopp bei Patienten das Risiko eines (erneuten) Herzinfarkts oder von Herzrhythmusstörungen halbieren. Das ist eine beeindruckende Zahl. Und doch haben viele Raucher große Probleme, mit dem Rauchen aufzuhören – die wenigsten schaffen es aus eigener Kraft. Reden Sie deshalb mit Ihrem Arzt, welche Therapie für Sie geeignet ist. Es gibt bewährte Nikotinpräparate in verschieden starken Konzentrationen, die die Raucherentwöhnung erleichtern. Bewährt hat sich auch die Verhaltenstherapie.
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Raucherentwöhnungskurse: Kassen bezuschussen die Kosten

Seit einiger Zeit werden auch immer mehr Raucherentwöhnungskurse angeboten – etwa von den Krankenkassen und Wohlfahrtsverbänden. In diesen Kursen lernen Sie Strategien kennen, die Ihnen zum Beispiel helfen, in schwachen Momenten einen Rückfall zu verhindern oder einer starken Gewichtszunahme vorzubeugen. Die Kurse werden von einem Arzt und einer Person mit einer speziellen Ausbildung in der Raucherberatung betreut. Sie finden wöchentlich über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten statt. Die Kosten betragen etwa 190 Euro – die Krankenkassen übernehmen oft einen großen Teil davon. Moderne Kurse propagieren einen sofortigen Rauchstopp. Denn eine große Studie des University College London von 2006 hat gezeigt, dass ein abruptes Beenden des Zigarettenkonsums mehr Erfolg verspricht als schrittweise vorzugehen.
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Lernen Sie Entspannung und Stressabbau

Ein gut ausbalanciertes Wechselspiel zwischen Anspannung und Entspannung ist wichtig für unsere Gesundheit, aber auch für unseren Erfolg. Bei Hypertonikern ist dieses Gleichgewicht oft gestört. Ihre Fähigkeit zu entspannen reicht nicht aus, um Körper und Seele nach besonders angespannten Momenten wieder auf ein Normalmaß einzupendeln. Hypertoniker sind häufig Menschen, die in einer ständigen Anspannung leben, dauernd gestresst und gehetzt wirken und sich schlecht entspannen können. Deshalb ist das Erlernen einer Entspannungstechnik wie Autogenes Training oder Progressive Muskelrelaxation für Bluthochdruckpatienten oft enorm hilfreich, um ein Gespür für Anspannung und Entspannung zu entwickeln. Auch hier helfen oft die Krankenkassen weiter: Kurse zum Erlernen einer Entspannungstechnik gehören zum Leistungskatalog aller großen Kassen.
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Hilfe zur Selbsthilfe: Die Herzgruppen

Allein fällt es oft schwer, die Kraft für einen neuen Lebensstil aufzubringen. In solch einer Situation bieten Herzgruppen eine wertvolle Hilfe: Hier treffen sich regelmäßig Menschen nach überstandenem Infarkt oder mit anderen Herzkrankheiten zum gemeinsamen Sport, aber auch zum Austausch über ihre Erfahrungen und Lebensgewohnheiten und zur gegenseitigen Unterstützung und Motivation. Die Herzgruppen werden ärztlich betreut, sodass jeder Teilnehmer sein individuelles Belastungsprofil besser kennenlernt und angepasst an seine Fähigkeiten üben kann. In der Herzgruppe können Sie auch Stressbewältigung erlernen und gemeinsam entspannen.
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Prophylaxe bei Herzinfarkt: Vorbeugen ist besser als heilen

Wer einmal einen Herzinfarkt hatte, ist besonders gefährdet, einen weiteren Infarkt zu erleiden. Gerade Frauen im mittleren Alter bekommen zunehmend mehrere Herzinfarkte hintereinander. Dabei ist es oft gar nicht schwierig, ein wenig gesünder und damit risikoärmer zu leben. Unterstützung finden Sie zum Beispiel in Selbsthilfegruppen. Ein gesunder Lebensstil zahlt sich aber nicht nur für diejenigen aus, die bereits einen Herzinfarkt hatten. Die Risikosenkung nützt auch jenen, die bisher als herzgesund galten.

Viele Frauen und Männer wissen allerdings gar nicht, dass sie besonders gefährdet sind, weil sie weder ihren Blutzuckerwert noch ihren Blutdruck oder Cholesterinspiegel kennen. Seit einigen Jahren gibt es deshalb den Check-up 35. Dahinter verbirgt sich eine regelmäßige Früherkennungsuntersuchung für alle Erwachsenen ab dem 35. Lebensjahr. Im Check-up 35 werden Sie gründlich nach Risikofaktoren für eine Herzerkrankung abgesucht. So sind die Bestimmung von Blutdruck, Cholesterin und Diabetes mellitus fester Bestandteil der Untersuchung. Nutzen Sie Ihrer Gesundheit zuliebe diese kostenlose Möglichkeit, sich einmal gründlich durchchecken zu lassen. Und je nach Krankenversicherung haben Sie vielleicht sogar noch einen handfesten finanziellen Vorteil davon: Einige Kassen belohnen ihre Mitglieder mit einem Bonus, wenn sie für Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen.
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Mann mit Tabletten und Becher
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Medikamente müssen die meisten Patienten nach einem Herzinfarkt ihr Leben lang einnehmen. Allerdings sind diese in der Regel gut verträglich und heben die Lebensqualität spürbar.
Korb mit Gemüse
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Gesunde Ernährung mit möglichst viel frischem Gemüse und Obst ist für Herzpatienten oft genauso wichtig wie die richtigen Medikamente. Fleisch und tierische Fette sollten nur selten auf dem Speiseplan stehen.
Seniorin beim Schwimmen
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Schwimmen, das allgemein als eine der gesündesten Sportarten gilt, ist für Herzpatienten weniger geeignet. Der Druck, den das Wasser auf den Körper ausübt, kann den Blutdruck erhöhen.
Abhören mit dem Stethoskop
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Vorsorgeuntersuchungen wie der Check-up 35 helfen dabei, Risikofaktoren frühzeitig aufzudecken und damit Gesundheitsrisiken so rasch wie möglich entgegenzusteuern.