Dieser Inhalt benötigt den Adobe Flash Player. Diesen können Sie unter http://www.adobe.com/go/getflashplayer kostenlos herunterladen.
descriptionGrafik: Herz im Körper
Ein Herzinfarkt tritt oft montags auf. Der plötzlich einsetzende Stress belastet die durch Rauchen, Bluthochdruck und Übergewicht vorgeschädigte Herzgefäße zusätzlich.
descriptionBlaulicht
Trotz Aufklärungskampagnen dauert es immer länger, bis bei einem Herzinfarkt der Notarzt gerufen wird. Dabei entscheidet rasche Hilfe oft über Leben und Tod.
descriptionRöntgenbild des Brustkorbs
Bluttest, Herzfunktionsprüfung und bildgebende Verfahren zeigen Lage und Ausmaß des Herzinfarkts. Die präzise Diagnostik weist den Weg zur richtigen Therapie.
descriptionStent
Mit der Lysetherapie lassen sich Gerinnsel abbauen. Die Ballondilatation dehnt Engstellen auf. Stent und Bypass sorgen für ungehinderten Blutfluss.
descriptionSenioren bei Gymnastik
Herzgesund leben heißt das Motto für jeden, der einen Herzinfarkt überstanden hat. Stressmanagement, gesunde Ernährung und Bewegung bilden hierbei die Eckpfeiler.
  • Schriftgröße normal
  • Schriftgröße mittel
  • Schriftgröße maximal
  • Besuchen Sie auch unser Facebook Profil

Im Notfall: Sofort handeln, nicht abwarten

Die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes geben keine Entwarnung: Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor Todesursache Nummer eins in Deutschland. Den größten Anteil daran hat der Herzinfarkt. Je schneller die Hilfe einsetzt, umso größer sind die Heilungschancen.



Im Überblick



Die Experten schlagen Alarm: Trotz zahlreicher Aufklärungsprogramme dauert es immer länger, bis ein Herzinfarktpatient den Notarzt ruft. Im Durchschnitt vergehen heute nach Auskunft der Deutschen Herzstiftung 3 Stunden und 45 Minuten vom Beginn der Symptome bis zum Eintreffen im Krankenhaus. 1996 war es noch rund eine Stunde weniger.
↑ nach oben

Notfall-Verhalten in Theorie und Praxis

Die Symptome eines Herzinfarkts, wie schwere anhaltende Schmerzen im Brustkorb und starkes Engegefühl, kennen immerhin rund 75 Prozent der Deutschen. 90 Prozent der 2.000 Befragten wollen dann auch sofort einen Arzt rufen. Tatsächlich tun dies nach Angaben der Deutschen Herzstiftung aber nur 27 Prozent. Denn viele haben Angst, übereilt zu handeln. Im Idealfall sollte jedoch jeder neu auftretende Brustschmerz, der nicht innerhalb von fünf Minuten verschwindet, als Verdacht auf einen Herzinfarkt angesehen werden. Jeder Patient, der einen Herzinfarkt erleidet und innerhalb einer Stunde medizinisch behandelt wird, hat die größten Überlebenschancen und nur ein geringes Risiko, Folgeschäden zu erleiden.
↑ nach oben

Der richtige Herzinfarkt-Notruf

Bei Beschwerden, die auf einen Herzinfarkt hinweisen, sollte über die Nummer 112 sofort der Rettungsdienst gerufen werden. Haben Sie keine Angst davor, womöglich einen Fehlalarm auszulösen. Eine Notfall-Situation erzeugt immer Stress und die Angst, etwas falsch zu machen. Bei einem angenommenen Herzinfarkt sollte man bei einem Notruf Folgendes beachten:
  • Keine Scheu vor einem Fehlalarm! Wenn man in gutem Glauben gehandelt hat, wird man nicht zur Rechenschaft gezogen.
  • Nicht warten! Viele zögern vor allem in der Nacht und am Wochenende, den Rettungsdienst zu rufen.
  • Die 112 oder die örtliche Notrufnummer wählen. Den Verdacht auf Herzinfarkt äußern. Es wird sofort ein Rettungswagen geschickt. Achtung: Der „ärztliche Notdienst“ ist KEIN Rettungsdienst. Er ist lediglich die Vertretung für den Hausarzt. Deshalb NUR die oben erwähnten Notrufnummern wählen.
  • Nicht vorzeitig auflegen! Die Rettungsleitstelle benötigt vor allem die Adresse. Außerdem kann sie noch wichtige Tipps zur Ersten Hilfe bis zum Eintreffen des Rettungswagens vermitteln.
  • Kein eigener Transport in die Klinik! Eine solche Fahrt – sei es durch Freunde, Bekannte, Verwandte oder durch den Betroffenen selbst – kann lebensgefährlich sein. Lebensrettende Maßnahmen werden dadurch nur unnötig hinausgezögert. Ein Rettungswagen ist schneller vor Ort.

↑ nach oben

Erste Hilfe bei einem Herzinfarkt

Beim frischen Herzinfarkt gilt: Jede Minute zählt! Wenn ein Angina-pectoris-Anfall länger als fünf Minuten anhält und durch Nitrate wie Spray oder Kapseln nicht besser wird, muss der Notarzt gerufen werden. Die größte Gefahr besteht in den ersten Stunden. In dieser Zeit kann aber auch am besten geholfen werden.
↑ nach oben

So können Sie bei einem Herzinfarkt Erste Hilfe leisten:
  • Alarmieren Sie sofort den Rettungsdienst.
  • Beobachten Sie den Betroffenen genau, lassen Sie ihn nicht allein.
Überprüfen Sie Bewusstsein, Atmung und Lebenszeichen. Setzen Atmung und Herzschlag aus, beginnen Sie sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung.

So geht die
Herzdruckmassage (bei Erwachsenen):
  • Legen Sie den Betroffenen auf den Rücken. Machen Sie seinen Oberkörper möglichst frei.
  • Knien Sie sich neben seinen Brustkorb.
  • Legen Sie den Ballen Ihrer Hand auf die Mitte seines Brustkorbs.
  • Legen Sie den Ballen der zweiten Hand auf den Rücken Ihrer ersten Hand.
  • Stützen Sie sich so weit auf, dass Ihre Arme durchgestreckt sind (die Hände bleiben auf dem Brustkorb des Betroffenen).
  • Drücken Sie den Brustkorb des Betroffenen mit durchgestreckten Armen senkrecht von oben vier bis fünf Zentimeter tief ein. Bewegen Sie dabei Ihren gesamten Oberkörper kräftig mit.
  • Lassen Sie los, drücken Sie rasch wieder ein – loslassen – eindrücken … Druck- und Entlastungsphase sollen gleich lang sein und Sie sollten eine Frequenz von 100 Einheiten pro Minute schaffen.
  • Zählen Sie beim Drücken laut mit. Wenn Sie bei 30 sind, geben Sie zwei Atemspenden.
  • Fahren Sie 30 Mal mit der Herzdruckmassage fort.
  • Beatmen Sie wieder.
  • Machen Sie im Wechsel so lange weiter, bis Rettungskräfte eintreffen.
Um die richtige Frequenz zu finden – 100 Einheiten in einer Minute –, denken Sie einfach an Ihren eigenen Herzschlag und imitieren Sie diesen.

So geht die Atemspende:
  • Strecken Sie den Kopf des Betroffenen nach hinten und heben Sie sein Kinn an.
  • Halten Sie dem Betroffenen mit einer Hand die Nase zu.
  • Öffnen Sie mit der anderen Hand den Mund des Betroffenen.
  • Atmen Sie tief ein. Umschließen Sie dann mit Ihrem Mund den Mund des Patienten.
  • Blasen Sie jetzt zirka eine Sekunde lang Luft in den Mund des Bewusstlosen. Wenn Sie es richtig machen, hebt sich der Brustkorb des Betroffenen sichtbar an.
  • Drehen Sie Ihren Kopf zur Seite, atmen Sie sauerstoffreiche Luft ein (tief einatmen!).
  • Beatmen Sie den Betroffenen noch einmal.
  • Geben Sie dann wieder 30 Einheiten Herzdruckmassage.
  • Führen Sie den Wechsel von Herzdruckmassage und Beatmung so lange durch, bis Rettungskräfte eintreffen.
Helfen Sie am besten zu zweit: Der eine drückt, der andere beatmet.
  • Ist der Betroffene bei Bewusstsein, lagern Sie ihn schonend, das heißt bequem mit erhöhtem Oberkörper, um das geschwächte Herz zu entlasten.
  • Entfernen Sie beengende Kleidung und vermeiden Sie Unruhe, Aufregung und Anstrengung. Wenn Sie selbst ruhig und besonnen bleiben, können Sie auch den Infarktpatienten besser beruhigen.
  • Fahren Sie den Betroffenen nicht mit dem eigenen Auto zur Klinik und lassen Sie ihn nicht laufen, wenn Sie einen Infarkt vermuten!

↑ nach oben

Elektroschock hilft bei lebensgefährlicher Herzrhythmusstörung

Bei Patienten mit einem frischen Herzinfarkt kann es zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen bis hin zum Herzstillstand kommen. Dann zählt jede Minute, weil wegen des Sauerstoffmangels schon nach wenigen Minuten Gehirnzellen absterben und der Hirntod droht. Bei Kammerflimmern ist die gezielte Anwendung eines Elektroschocks mittels eines Defibrillators die einzige Möglichkeit, das Herz wieder in seinen normalen Rhythmus zurückzuführen. Im Gegensatz zu den USA, wo öffentliche Einrichtungen wie Einkaufszentren und Veranstaltungsorte inzwischen flächendeckend mit Laiengeräten zur Defibrillation ausgestattet sind, gibt es hierzulande noch kaum Geräte, die von Ersthelfern schnell erreicht und bedient werden können. In der Regel kann erst der Notarzt eine Defibrillation durchführen. Doch die Zeit bis zu dessen Eintreffen muss unbedingt durch eine Herz-Lungen-Wiederbelebung überbrückt werden, weil sonst die Überlebenschancen sehr schlecht sind.
↑ nach oben

Automatischer Externer Defibrillator
Für Risikopatienten mit einer koronaren Herzkrankheit, die vielleicht schon einen Herzinfarkt hatten, lohnt sich eventuell die Anschaffung eines Automatischen Externen Defibrillators, eines AED-Gerätes. Im Notfall kann damit jeder Anwesende frühzeitig und sicher den rettenden Elektroschock setzen. Die Angst, etwas falsch zu machen, ist dabei unnötig: Das Gerät entscheidet bei richtiger Handhabung selbst, ob es einen Stromstoß aussenden muss oder nicht.

Tipp: Sind Sie Angehöriger eines Herzpatienten? Dann empfiehlt sich auf jeden Fall der Besuch eines Erste-Hilfe-Kurses. Dort lernen Sie, wie eine Wiederbelebung mit Herzdruckmassage und Atemspende richtig durchgeführt wird.
↑ nach oben

Die Behandlung durch den Notarzt beim Herzinfarkt

Der Notarzt verschafft sich zuerst einen Eindruck vom Patienten: Ist der Betroffene ansprechbar, fragt der Arzt nach Schmerzen und deren Lokalisation, auch nach Medikamenteneinnahme und Vorerkrankungen. Bei einem bewusstlosen Patienten zeigt ein EKG an, ob und wie das Herz arbeitet und ob eine Infarktschädigung vorliegt. Bei Kammerflimmern setzt der Notarzt den Defibrillator ein. Auf dem Weg ins Krankenhaus werden dann erste Medikamente gegeben: gegen den Schmerz, die Angst, zur Blutverdünnung und zur Normalisierung von Blutdruck und Herzaktion. Manchmal kann im Notarztwagen auch schon eine Lysetherapie, eine medikamentöse Auflösung von Blutgerinnseln, begonnen werden.
↑ nach oben

Schnelle Hilfe nur im Notarztwagen möglich

Grundsätzlich wird jeder Patient mit Verdacht auf einen Herzinfarkt ins Krankenhaus gebracht, weil nur dort zweifelsfrei festgestellt werden kann, ob es sich tatsächlich um einen Infarkt handelt. Beachten Sie bitte: Besteht der Verdacht auf einen Herzinfarkt, muss der Notarzt zum Patienten kommen und ihn im Notarztwagen ins Krankhaus bringen! Nur im Notarztwagen ist schnelle Hilfe möglich, wenn der Zustand sich plötzlich verschlechtert. Fahren Sie den Kranken nicht mit dem eigenen Auto in die Klinik und lassen Sie ihn auf keinen Fall laufen – auch dann nicht, wenn die Beschwerden zunächst nicht so dramatisch erscheinen.
↑ nach oben

Tasten eines Telefons
© Shutterstock
Bereits bei den ersten Anzeichen sollte man über die Telefonnummer 112 den Rettungsdienst alarmieren. Dabei darf man keine Scheu vor einem Fehlalarm haben.
Mann lockert seine Krawatte
© iStockphoto
Ungehinderte Atmung ist im Notfall lebenswichtig – also Krawatte lockern und Hemd aufknöpfen, damit der Betroffene erst einmal tief durchatmen kann.
Defibrillator-Symbol
© Stefan-Xp/GNU Free Documentation License
Dieses Symbol steht für „Defibrillator“ – und zwar für spezielle Gerätetypen, die auch ein Laie bedienen kann. In den USA sind diese Geräte, mit denen per Elektroschock das Herz wieder angeregt wird, bereits flächendeckend verteilt. In Deutschland hat man diesen Standard noch nicht erreicht.
Infusion im Arm
© iStockphoto
Bei einer Lysetherapie erhält der Patient spezielle Wirkstoffe, die Blutgerinnsel auflösen können. Aber auch Schmerzmittel gehören zur Ersten Hilfe beim Herzinfarkt.