Dieser Inhalt benötigt den Adobe Flash Player. Diesen können Sie unter http://www.adobe.com/go/getflashplayer kostenlos herunterladen.
descriptionGrafik: Herz im Körper
Ein Herzinfarkt tritt oft montags auf. Der plötzlich einsetzende Stress belastet die durch Rauchen, Bluthochdruck und Übergewicht vorgeschädigte Herzgefäße zusätzlich.
descriptionBlaulicht
Trotz Aufklärungskampagnen dauert es immer länger, bis bei einem Herzinfarkt der Notarzt gerufen wird. Dabei entscheidet rasche Hilfe oft über Leben und Tod.
descriptionRöntgenbild des Brustkorbs
Bluttest, Herzfunktionsprüfung und bildgebende Verfahren zeigen Lage und Ausmaß des Herzinfarkts. Die präzise Diagnostik weist den Weg zur richtigen Therapie.
descriptionStent
Mit der Lysetherapie lassen sich Gerinnsel abbauen. Die Ballondilatation dehnt Engstellen auf. Stent und Bypass sorgen für ungehinderten Blutfluss.
descriptionSenioren bei Gymnastik
Herzgesund leben heißt das Motto für jeden, der einen Herzinfarkt überstanden hat. Stressmanagement, gesunde Ernährung und Bewegung bilden hierbei die Eckpfeiler.
  • Schriftgröße normal
  • Schriftgröße mittel
  • Schriftgröße maximal
  • Besuchen Sie auch unser Facebook Profil

Herzinfarkt – der plötzliche Tod

Der Herzinfarkt gilt landläufig als typische Managerkrankheit: Bei gestressten und Kette rauchenden Männern im mittleren Alter ist der Herzinfarkt tatsächlich die häufigste Todesursache. Doch nicht nur Männer im mittleren Alter sind vom Herzinfarkt betroffen – auch Frauen und ältere Menschen sterben daran.



Im Überblick



Steigende Herzinfarkt-Häufigkeit bei Frauen

Herzinfarkt ist eine der Haupttodesursachen in den Industrienationen. Jährlich sterben in Deutschland mehr als 80.000 Menschen an einem akuten Herzinfarkt. Zwar sind die Zahlen in den vergangenen Jahren leicht rückläufig, alarmierend ist aber, dass inzwischen deutlich mehr Frauen von der Krankheit betroffen sind. Dafür ist in erster Linie das Rauchverhalten verantwortlich: Heute rauchen Frauen viel häufiger und früher im Leben als noch vor 30 Jahren. Rauchen ist allerdings nur einer von mehreren Risikofaktoren, Auch Bluthochdruck, Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes mellitus erhöhen die Gefahr für einen Herzinfarkt.

Bei Männern tritt der Herzinfarkt oft schon vor dem 40. Lebensjahr auf. Frauen sind meist erst nach den Wechseljahren betroffen, wenn die Produktion des gefäßschützenden Geschlechtshormons Östrogen allmählich zurückgeht.
↑ nach oben

Ursache: ein Gefäßverschluss

Unser Herz ist ein großer Hohlmuskel. Für die ständige Pumparbeit brauchen die Muskelzellen ausreichend Sauerstoff. Über die beiden Herzkranzgefäße, die sich in ein dichtes Gefäßnetz verzweigen, wird das Muskelgewebe mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Bei einem Herzinfarkt ist diese Blutzufuhr an einer oder mehreren Stellen der Herzkranzgefäße durch eine Verengung stark eingeschränkt oder komplett unterbrochen – man spricht von einem Gefäßverschluss.
↑ nach oben

Spezielle Eiweiße im Blut zeigen Risiko frühzeitig an

Ein Verschluss entsteht meist dadurch, dass Kalkablagerungen (arteriosklerotische Plaques) in Gefäßen durch eine Entzündung aufreißen und sich an der Rissstelle ein Blutgerinnsel bildet, das die Arterie verstopft. Neueste Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass spezielle Eiweiße im Blut die Gefahr einer Entzündung arteriosklerotischer Plaques schon anzeigen, wenn der Patient noch gar keine Herzbeschwerden verspürt. Durch diese Entdeckung könnten Gefährdungen frühzeitig erkannt und eine vorbeugende Behandlung eingeleitet werden.
↑ nach oben

Frauenherzen schlagen anders

Bei Männern sind in der Regel die dicken Äste der Herzkranzgefäße eingeengt oder verschlossen. Diese Engpässe lassen sich meist bei einer Herzkatheteruntersuchung gut beurteilen und auch beseitigen. Bei Frauen dagegen entsteht ein Herzinfarkt häufig durch einen Verschluss von Engstellen in den kleinen Gefäßverzweigungen, die mit dem Herzkatheter nicht zu erreichen sind. Eine Auflösung des Gerinnsels und Blutverdünnung mit Medikamenten ist deshalb bei Frauen oft der einzig hilfreiche Weg.
↑ nach oben

Risikofaktoren für einen Herzinfarkt

Die Risikofaktoren für einen Herzinfarkt sind dieselben wie für eine koronare Herzkrankheit und die Arteriosklerose. Nicht beeinflussbare Risikofaktoren sind neben steigendem Alter das männliche Geschlecht sowie erbliche Veranlagung.
↑ nach oben

Vermeidbare Risikofaktoren sind
Außerdem steigern Bewegungsmangel, erhöhter Alkoholkonsum und eine ungesunde Ernährung das Herzinfarktrisiko.
↑ nach oben

Auslöser

Auslöser für einen Infarkt können plötzliche Belastungen und Stress-Situationen mit starken Blutdruckschwankungen sein. Vorsicht: Gerade montags nach einem entspannten Wochenende treten die meisten Herzinfarkte auf – sogar bei Rentnern jenseits des 60. Lebensjahres, die keiner beruflichen Belastung mehr ausgesetzt sind.
↑ nach oben

Herzinfarkt kommt oft vormittags

Grundsätzlich kann ein Herzinfarkt zu jeder Tages- und Nachtzeit auftreten. In den frühen Morgen- und Vormittagsstunden kommt es aber am häufigsten zu Infarkten, nachts treten die wenigsten Herzinfarkte auf. Der Gipfel am Vormittag erklärt sich dadurch, dass in der Zeit bis zu drei Stunden nach dem Aufwachen die Gerinnungsfähigkeit des Blutes zunimmt und sich schneller Verschlüsse in den verengten Herzkranzgefäßen bilden. Bezüglich der Tageszeiten, zu denen ein Herzinfarkt eintritt, unterscheiden sich Frauen und Männern nicht. Frauen sind aber in den Vormittagsstunden öfter als Männer allein zu Hause. Sie sollten deshalb wissen, dass hinter Bauch-, Nacken- oder Rückenschmerzen auch ein Herzinfarkt stecken kann und dass schnelle Hilfe lebensrettend ist.


↑ nach oben

Symptome eines Herzinfarkts

Manchmal ist ein Herzinfarkt das erste Zeichen einer koronaren Herzkrankheit und tritt plötzlich und unerwartet auf. In den meisten Fällen hat sich die Durchblutungsstörung des Herzens aber schon Monate bis Jahre vorher durch typische Symptome wie belastungsabhängigen Brustschmerz oder belastungsabhängige Atemnot bemerkbar gemacht. Damit bei einem Infarkt frühzeitig Hilfe geholt werden kann, sollten Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit und deren Angehörige die Symptome des Herzinfarkts kennen. Meist beginnt ein Herzinfarkt mit plötzlich einsetzenden Brustschmerzen. Die Schmerzen werden als stechend, brennend oder drückend empfunden, halten länger als fünf Minuten an und bessern sich nicht in Ruhe oder durch die Einnahme von Nitratspray. Oft strahlen die Schmerzen aus, die Ausstrahlung kann aber auch fehlen.
↑ nach oben

Typische Symptome für einen Herzinfarkt:
  • schwere, länger als fünf Minuten anhaltende Schmerzen im Brustkorb, die in Arme, Schulterblätter, Hals, Kiefer und Oberbauch ausstrahlen können (und nicht auf Nitratspray ansprechen)
  • starkes Engegefühl, heftiger Druck im Brustkorb, Angst
  • zusätzlich zu Brustschmerzen: Luftnot, Übelkeit, Erbrechen
  • Schwächeanfall (auch ohne Schmerz), eventuell Bewusstlosigkeit
  • blasse, fahle Gesichtsfarbe, kalter Schweiß
  • schneller Puls
In Ausnahmefällen fehlen die typischen Beschwerden, man spricht dann von einem „klinisch stummen" Herzinfarkt. Bei Diabetikern entdeckt der Arzt beispielsweise einen Infarkt oft zufällig im EKG. Durch den jahrelangen Diabetes mellitus sind die Nervenleitbahnen so stark geschädigt, dass der Patient die Infarktschmerzen nicht oder kaum spürt.
↑ nach oben

Vorsicht: Bei Frauen verläuft ein Herzinfarkt oft untypisch

Bei Frauen verläuft ein Herzinfarkt oft anders und wird deshalb nicht immer rechtzeitig erkannt. Frauen klagen bei einem Infarkt seltener über Brustschmerzen, dafür aber häufiger über Oberbauchbeschwerden, Luftnot und Nacken- und Rückenschmerzen. Weil bei Bauchschmerzen und Übelkeit aber selten an einen Herzinfarkt gedacht und nicht sofort der Notarzt gerufen wird, sterben beispielsweise in der Altersgruppe der unter 60-Jährigen in den ersten Krankenhaustagen fast doppelt so viele weibliche wie männliche Infarktpatienten. Besonders Frauen mit einer bekannten koronaren Herzkrankheit sollten deshalb auch untypische Symptome unbedingt ernst nehmen und lieber einmal zu oft den Notarzt rufen.
↑ nach oben

Geschäftsfrau in Eile
© iStockphoto
Frauen sind immer häufiger Opfer der früher typischen Managerkrankheit Herzinfarkt. Stress, Doppelbelastung und ungesunder Lebensstil begünstigen diese Entwicklung.
Angiografie der Herzkranzgefäße
© Wikimedia Commons, GNU, Katheterlabor, Charité Mitte, Berlin
Koronarangiografie: Mittels dieser Röntgentechnik werden die Herzkranzgefäße gut sichtbar.
Frau hält sich den Nacken
© Shutterstock
Die Anzeichen eines Herzinfarkts sind bei Frauen meist ganz anders als bei Männern – er kann sich durch Bauch-, Rücken- oder Nackenschmerzen äußern