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descriptionGrafik: Herz im Körper
Ein Herzinfarkt tritt oft montags auf. Der plötzlich einsetzende Stress belastet die durch Rauchen, Bluthochdruck und Übergewicht vorgeschädigte Herzgefäße zusätzlich.
descriptionBlaulicht
Trotz Aufklärungskampagnen dauert es immer länger, bis bei einem Herzinfarkt der Notarzt gerufen wird. Dabei entscheidet rasche Hilfe oft über Leben und Tod.
descriptionRöntgenbild des Brustkorbs
Bluttest, Herzfunktionsprüfung und bildgebende Verfahren zeigen Lage und Ausmaß des Herzinfarkts. Die präzise Diagnostik weist den Weg zur richtigen Therapie.
descriptionStent
Mit der Lysetherapie lassen sich Gerinnsel abbauen. Die Ballondilatation dehnt Engstellen auf. Stent und Bypass sorgen für ungehinderten Blutfluss.
descriptionSenioren bei Gymnastik
Herzgesund leben heißt das Motto für jeden, der einen Herzinfarkt überstanden hat. Stressmanagement, gesunde Ernährung und Bewegung bilden hierbei die Eckpfeiler.
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Herzinfarkt-Diagnostik – von EKG bis Herzkatheter

Herzinfarkte gehören zu den häufigsten Notfällen im Krankenhaus. Für Ärzte und Pflegepersonal sind eine schnelle und präzise Diagnostik und Therapie des Infarkts deshalb Routine. Die Verbesserung des Behandlungsablaufs und moderne Behandlungstechniken haben darüber hinaus dazu beigetragen, dass wesentlich mehr Menschen als noch vor 20 Jahren einen Herzinfarkt überleben.

Im Überblick



Erste Diagnostikmaßnahmen: Enzymbestimmung und EKG

Enzymbestimmungen weisen den Weg

Wird ein Patient mit Verdacht auf einen Herzinfarkt in die Klinik eingeliefert, wird mittels EKG und Enzymdiagnostik festgestellt, ob, wo und wie stark der Herzmuskel geschädigt ist. Enzyme sind Eiweiße, die in Körperzellen Stoffwechselvorgänge steuern. Gehen Herzmuskelzellen durch Sauerstoffmangel massenhaft zugrunde, setzen sie spezielle Enzyme frei, die dann im Blut nachgewiesen werden können. Die Enzyme werden wiederholt bestimmt, weil sich aus dem Verlauf der Blutkonzentrationskurve Rückschlüsse auf den Zeitpunkt des Infarktbeginns, die Infarktgröße und später auch den Therapieerfolg ziehen lassen. Meist werden die herzmuskelspezifische Kreatinkinase (CK-MB) und die Enzymvarianten des Troponin bestimmt.
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EKG und Echokardiografie

Allerdings steigen die Enzymkonzentrationen erst drei bis sechs Stunden nach Untergang der Herzmuskelzellen an. Während dieser Zeit liefert das EKG den entscheidenden Nachweis, ob es sich tatsächlich um einen Herzinfarkt handelt. Fehlen die typischen EKG-Veränderungen, bleibt die Unsicherheit so lange bestehen, bis der Enzymtest möglich ist. Hilfreich kann in der Zwischenzeit eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiografie) sein, um einen möglichen Herzinfarkt zu diagnostizieren. Wie bei anderen Ultraschalluntersuchungen auch, ist diese Methode in der Regel für den Patienten nicht mit Schmerzen oder anderen Unannehmlichkeiten verbunden. Mit einer speziellen Doppler-Technik kann der Blutfluss dargestellt werden.
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Andere Erkrankungen ausschließen

Manchmal ist es schwierig, einen Herzinfarkt sicher von Erkrankungen der Lunge wie Pneumothorax, Lungenembolie oder Lungenödem, einem Einriss der Hauptschlagader oder einer Gallenkolik zu unterscheiden. Doch sobald das erste sichere diagnostische Zeichen für einen Herzinfarkt gefunden ist, beginnen die Ärzte mit der gezielten Therapie. Bis dahin wird der Patient sorgfältig überwacht, bekommt Sauerstoff und über einen Venenkatheter die erforderlichen Medikamente direkt in den Blutkreislauf gespritzt. Außerdem werden die Herzaktion und der Blutdruck kontinuierlich überwacht.
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Herzkatheter: Kleiner Schlauch direkt ins Herz

Erhärtet sich der Verdacht auf einen Infarkt, ist die Herzkatheter-Untersuchung das wichtigste Diagnostikinstrument.

Bei der Herzkatheter-Untersuchung wird ein feiner Kunststoffschlauch über eine Arterie oder Vene in der Leistenbeuge oder am Arm bis in das Herz vorgeschoben. Die Venen transportieren das sauerstoffarme, die Arterien (Schlagadern) das sauerstoffreiche Blut. Man unterscheidet hierbei den Rechts- und Linksherzkatheter:

Beim Rechtsherzkatheter erfolgt der Zugang zum Herzen über eine Vene, der Schlauch wird in die rechte Hauptkammer des Herzens geschoben. Anschließend kann man unter röntgenologischer Durchleuchtung und Kontrastmittelgabe die rechte Herzseite darstellen. Auch die Druckverhältnisse können gemessen werden.

Beim Linksherzkatheter wird der Schlauch über eine Arterie in die linke Hauptkammer des Herzens geschoben. Empfindliche Geräte an der Spitze des Katheterschlauchs messen unter anderem den Druck im Herzen, die Sauerstoffsättigung des Blutes oder können Störungen der Herzklappenbewegungen erkennen.

So lässt sich beispielsweise über den Schlauch des Katheters ein Kontrastmittel ins Herz spritzen. Auf einem Röntgenbildschirm werden dann die Herzkranzgefäße mit ihren Verzweigungen und Engstellen (Stenosen) sichtbar. Diese spezielle Anwendung eines Herzkatheters wird als Koronarangiografie bezeichnet.
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Frauen brauchen oft andere Untersuchungen

Es gibt allerdings Ausnahmen: Sind nicht die dicken Arterienäste der Herzkranzgefäße, sondern deren kleine Verästelungen verengt, liefert die Koronarangiografie oft ein unauffälliges Bild – und widerspricht damit den Beschwerden. Gerade bei Frauen finden sich Engpässe oft in den Endverzweigungen der Gefäße. Dadurch entstandene Schäden am Herzmuskel können meistens nur mit einer Herzmuskeldurchblutungsmessung (Myokardszintigrafie) oder mit einem MRT sichtbar gemacht werden.


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Mögliche Komplikationen

Bei einer Herzkatheter-Untersuchung können zwar Komplikationen auftreten – so kann der eingeführte Schlauch beispielsweise Herzrhythmusstörungen auslösen –, in der Regel sind diese aber selten und gut in den Griff zu bekommen. Auch Kontrastmittelallergien treten gelegentlich auf, die aber auch gut beherrscht werden können. An den Einstichstellen kommt es manchmal zu Einblutungen ins Gewebe, die sich aber durch einen guten Druckverband verhindern lassen.
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Diagnostik und Therapie in einem

Herzkatheter sind nicht nur für die Diagnostik von Herz-Kreislauf-Erkrankungen von großer Bedeutung. Über den Schlauch kann der Arzt auch verengte Gefäße aufweiten (Ballondilatation), Stents einsetzen und so die Myokarddurchblutung verbessern. Per Herzkatheter lassen sich auch Löcher in der Herzscheidewand verschließen, Herzschrittmacher einpflanzen und neuerdings sogar defekte Herzklappen ersetzen.
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Myokardszintigrafie: radioaktive Substanzen zur Herz-Untersuchung

Bei der Myokardszintigrafie spritzt der Arzt dem Patienten radioaktive Substanzen in die Armvene. Diese sogenannten Tracer („Spurensucher") reichern sich im Herzmuskel an. Ein spezielles Gerät (Scanner oder Gammakamera) macht sie sichtbar. Als bildgebendes Verfahren eignet sich die Myokardszintigrafie besonders zur Diagnostik von Durchblutungsstörungen des Herzmuskels. Der Vorteil dieser Methode: Herzmuskel-Regionen, die beispielsweise nach einem Herzinfarkt schlechter durchblutet werden, lassen sich genau eingrenzen. Das ist wichtig, um das Ausmaß eines Herzinfarkts abschätzen zu können.
Auch lassen sich im Szintigramm Aufnahmen unter Belastung des Herzmuskels anfertigen. So sieht der Arzt, in welchem Maße sich während der Anstrengung schlecht durchblutetes Herzmuskelgewebe in Ruhe wieder erholen kann.

Radioaktive Substanzen, wie sie bei der Myokardszintigrafie zum Einsatz kommen, schaden den Patienten nicht. Die Strahlenbelastung durch die Tracer ist außerordentlich gering.
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Blutabnahme
© iStockphoto
Bluttests geben wertvolle Hinweise auf das Ausmaß des Herzinfarkts. So treten etwa bestimmte Enzyme nur dann im Blut auf, wenn Herzmuskelzellen absterben.
Mann beim EKG
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Das EKG liefert einen ersten Hinweis darauf, ob es sich um einen Herzinfarkt handelt. Gemeinsam mit dem Enzymtest bildet das Verfahren die Basis für die Diagnose.
Herzkatheter-Behandlung
© Shutterstock
Der Herzkatheter erlaubt über ein Röntgengerät einen guten Überblick über den Zustand der Herzkranzgefäße. Meist wird er über eine Einstichstelle in der Leistengegend in das Herz vorgeschoben.
Grafik: Herzkatheter-Behandlung
© vitanet GmbH
Links- und Rechtsherzkatheter können über das Bein oder auch den Arm in das Gefäßsystem geleitet werden. Der Rechtsherzkatheter führt über die Venen zum Herzen, der Linksherzkatheter über die Arterien.